Das allgemeine Bild der Landfrau ist zwar äusserst positiv aber zu einseitig. Zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit klafft eine Lücke. So lebt heute zum Beispiel nur noch ein kleiner Teil der ALFV-Mitgliederinnen auf einem Landwirtschaftsbetrieb. «Landfrau» bezeichnet längst keine Tätigkeit mehr, sondern eine Art zu leben und zu denken.
Der ALFV wollte genau das sichtbar machen. Nicht mit inszenierten Bildern, sondern indem die Frauen unverstellt zu Wort kommen. Die Gesprächspartnerinnen sind: eine Rocksängerin und Viehhändlern, eine Hackbrettspielerin, eine Jägerin, eine Malerin, eine Kräuterfrau und eine Buchbinderin. Alle Mitglied beim ALFV. Alle unverwechselbar.
Was dabei zum Vorschein kommt, ist zwar keine grosse Überraschung, dafür umso berührender. Mut, Kreativität, gegenseitige Unterstützung, Nachhaltigkeit und der Wille, das eigene Leben selbst zu gestalten. Das sind keine abstrakten Werte, die irgendwo auf einem Konzept-Papier stehen. Sie werden von Frauen gelebt, die wissen, woher sie kommen, und die genau deshalb wissen, wohin sie wollen.
Verwurzelung, so zeigt sich, ist keine Einschränkung. Sie ist die Voraussetzung dafür, sich wirklich zu entfalten.
Film und Text: Rebekka Mathys